Der Berg Hatis ist ein ruhender Vulkankegel in der Region Kotayk in Armenien, der sich bis auf eine Höhe von 2.528 m erhebt. Der Berg liegt nur 25 Kilometer nordöstlich von Eriwan und ist ein markantes Wahrzeichen des armenischen Hochlands. Er zeichnet sich durch seine nahezu perfekte Kegelform und seine alpinen Wiesen aus, die sich im Frühjahr in einen bunten Teppich aus Wildblumen verwandeln.
Der Berg ist durchdrungen von alter Folklore und ist weithin bekannt als "Schamirams Berg". Der berühmten Legende nach hatte die assyrische Königin Semiramis (Schamiram) während ihres Feldzugs gegen den armenischen König Ara der Schöne ihre Truppen an den Hängen des Hatis positioniert. Von hier aus beobachtete sie die Schlacht im Tal und hoffte, den von ihr verehrten König zu erobern.
Aus geologischer Sicht ist der Hatis ein erloschener Vulkan, der hauptsächlich aus Trachyt und Obsidian besteht. Die Oberfläche des Berges ist mit hochwertigem vulkanischem Glas übersät, das von den prähistorischen Bewohnern der armenischen Hochebene für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen geschätzt wurde. Heute ist der Berg ein beliebtes Ziel für Gleitschirmflieger und Wanderer. Der moderate Aufstieg belohnt die Besucher mit einem Panoramablick auf den Berg Ararat, den Berg Aragats und die Geghama-Kette.
Ab 2026 wird sich der Berg Hatis zu einem bedeutenden internationalen Pilger- und Tourismuszentrum entwickeln. Auf dem Gipfel steht jetzt das höchste Denkmal der Welt für Jesus Christus. Der ehrgeizige Komplex, der von der Gagik Tsarukyan Foundation initiiert wurde, besteht aus einer kolossalen Aluminiumstatue, die 33 Meter hoch ist und dieLebensjahre Christi symbolisiert. Sie thront auf einem 44 Meter hohen Sockel, wodurch sich die Gesamthöhe des Bauwerks auf schwindelerregende 77 Meter beläuft.
Die Hänge von Hatis sind auch von archäologischer Bedeutung. Bei jüngsten Ausgrabungen wurden die Überreste einer antiken Festung aus der Bronze- und Eisenzeit gefunden, was darauf hindeutet, dass der Berg über Jahrtausende hinweg als strategischer Beobachtungsposten diente. Seine Nähe zur Stadt Abovyan und zum Dorf Kaputan macht ihn zu einem der zugänglichsten und zugleich mystischsten Naturdenkmäler der Region.